Die Stadt Lahr ist das südlichste Mitglied im Mobilitätsnetzwerk. Mit rund 46.500 Einwohnern ist sie hinter der Stadt Offenburg die zweitgrößte Stadt im Ortenaukreis und zählt zu den fünf Großen Kreisstädten.

Die historische Stadt Lahr Lahr am Eingang des Schuttertals vereinigt seit der Gemeindereform von 1972 sieben traditionsreiche Umlandgemeinden. Dinglingen, ältester Ortsteil der Stadt, blickt durch seine strategisch wichtige Lage auf ereignisreiche Jahrhunderte bis in die Römerzeit zurück. Heute wohnen in der historischen Kernstadt rund 31.000, in den Umlandgemeinden/Ortsteilen gut 15.500.

Die vorhandene Verkehrsinfrastruktur – A5, Rheintalbahn und Flughafen – bietet gute Voraussetzungen für ein vielfältiges Mobilitätsangebot. Im Vordergrund der aktuellen Verkehrs- und Mobilitätsplanung stehen die Verkehrsmittel des Umweltverbundes. Die Umsetzung des 2012 beschlossenen Rad- und Fußwegekonzeptes und die Teilnahme an den Fußverkehrs-Checks Baden-Württemberg 2016 haben den Grundstein für die Rad- und Fußverkehrsförderung gelegt. Seitdem konnten zahlreiche Maßnahmen zur Verbesserung der Infrastruktur, der Service- und Informationsangebote sowie im Bereich der Kommunikation erzielt werden. Hervorzuheben ist die Einführung eines stationsbasierten Pedelec-Verleihsystems mit 54 Pedelecs an 10 Stationen, welches seit Juli 2018 von nextbike betrieben wird. Der Lahrbus, ein 1994 eingeführtes Stadtbussystem, und ein drei Carsharing-Fahrzeuge (ein E-Fahrzeug von my-e-car/Stadtmobil Südbaden und zwei Fahrzeuge vom Verein „Gemeinsam mobil Lahr“) ergänzen das Mobilitätsangebot im motorisierten Verkehr.

In den Jahren 2019 und 2020 wird ein Verkehrsentwicklungsplan (VEP) mit ÖPNV-Konzept von einem Fachbüro erstellt. Der VEP definiert verkehrsmittelübergreifend die „Leitplanken“ der Verkehrsplanung für die nächsten Jahre und formuliert somit die Strategie für die Mobilitäts- und Verkehrsentwicklung in Lahr bis zum Jahr 2030. Dabei werden sowohl die einzelnen Verkehrsarten (Fußgänger, Radfahrer, ÖPNV, MIV, Wirtschaftsverkehr) als auch übergeordnete und querschnittsorientierte Mobilitätsthemen wie die Verkehrssicherheit, ein Verkehrs- und Mobilitätsmanagement, neue Mobilitätsformen (E-Mobilität/Carsharing etc.) sowie weitere Facetten der Mobilität berücksichtigt. Bei der Erarbeitung des VEP liegt ein besonderer Fokus auf der Betrachtung des ÖPNV.

Bürgermeister Tilman Petters über die Teilnahme am Mobilitätsnetzwerk Ortenau:
„Wie so häufig gilt auch hier das Motto „Gemeinsam sind wir stark!“. Viele Konzepte greifen in größeren Städten. Wir gehen davon aus, dass dieser Zusammenschluss die Chance bietet, ähnlich große Marktstrukturen zu entwickeln, die dann neue Konzepte auch wirtschaftlich tragfähiger machen.“