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Ortenaukreis radelt sich an die Spitze Baden-Württembergs

In der bundesweiten Aktion „STADTRADELN“ legten die Bürgerinnen und Bürger des Ortenaukreises vom 05. – 27. September über 1,5 Millionen Kilometer mit dem Fahrrad zurück. Damit hat sich der Ortenaukreis mit knapp 15.000 km Vorsprung vor dem zweitplatzierten Landkreis Ludwigsburg an die Spitze im Landes-Ranking geradelt. Im bundesweiten Ranking konnte der Ortenaukreis den 6. Platz belegen. Berücksichtigt werden muss allerdings, dass der Ortenaukreis Baden-Württembergs flächengrößter Landkreis ist und dementsprechend viele Personen zum Gesamtergebnis beigetragen haben.

Unter den 26 teilnehmenden Kommunen aus dem Ortenaukreis befanden sich auch die zehn Kommunen des Mobilitätsnetzwerks Ortenau und haben kräftig zu den gesammelten Kilometern beigetragen. Mit 233.000 km konnte die Kreisstadt Offenburg die meisten Fahrradkilometer sammeln. Aber auch die kleinen Gemeinden des Netzwerks setzen ein großes Zeichen für den Radverkehr: Die Gemeinde Friesenheim erradelte beispielsweise rund 94.000 km.

Die Europäische Mobilitätswoche im Netzwerk

Vom 16. – 22. September fand die alljährliche Europäische Mobilitätswoche (EMW) statt. Die EMW ist eine Kampagne der Europäischen Kommission und bietet Kommunen aus ganz Europa die Möglichkeit, ihren Bürgerinnen und Bürgern die komplette Bandbreite nachhaltiger Mobilität vor Ort näher zu bringen.

Auch die Netzwerkkommunen haben geschlossen an der Europäischen Mobilitätswoche teilgenommen und trotz erschwerter (Corona-)Umstände ein vielfältiges Programm auf die Beine gestellt. In der Gemeinde Schutterwald wurden beispielsweise, wie oben bereits erwähnt, die Mitfahrerbänkle eingeweiht. Zusätzlich kamen Schutterwalds Bürgerinnen und Bürger an einem Markttag in den Genuss einer kostenlosen Fahrrad-Reparatur. Am internationalen autofreien Tag, der jedes Jahr das Ende der EMW markiert, wurden Kinder aus Grundschule und Kindergärten dazu eingeladen, die Straße vor dem Rathaus mit bunter Kreide zu bemalen.

Europäische Mobilitätswoche in Schutterwald

Europäische Mobilitätswoche in Schutterwald © Gemeinde Schutterwald

In Friesenheim informierte die Gemeinde auf dem Bauernmarkt über das Mobilitätsnetzwerk und sammelte Vorschläge zur Verbesserung des Radverkehrs.

Bauernmarkt in Friesenheim © Gemeinde Friesenheim

Offenburg lud ihre Bürgerinnen und Bürger zu einem Mobilitätstag ein. Auf dem Marktplatz in Offenburg versammelten sich Vertreter des Allgemeinen Deutschen Fahrradclubs, des Verkehrsclub Deutschlands und der Sharing-Unternehmen Stadtmobil Südbaden AG und der Nextbike GmbH. Auch in Kehl wurde am Markttag über nachhaltige Mobilitätsformen informiert.

Mobilitätstag in Offenburg Stadt Offenburg

Mobilitätstag in Offenburg © Stadt Offenburg

Markt der nachhaltigen Mobilität in Kehl © Stadt Kehl

Die Stadt Kehl organisierte außerdem zusammen mit den Nachbargemeinden Willstätt und Rheinau interkommunale Fahrradtouren. Ziel war es, die Radwege auf Schwachstellen zu überprüfen. Den Kommunalvertreterinnen und -vertretern fiel auf, dass hier und da die Radwegebeschilderung verbessert werden und die Wege vor allem in Kurvenbereichen asphaltiert werden müssen. Neben der interkommunalen Radtour, bot die Gemeinde Willstätt ihren Bürgerinnen und Bürgern eine Fahrrad-Rallye mit Bildersuche an.

Interkommunale Radtour Kehl – Willstätt © Gemeinde Willstätt

Fahrrad-Rallye mit Bildersuchfahrt © Gemeinde Willstätt

Die Stadt Lahr versorgte früh morgens Pendlerinnen und Pendler, die mit nachhaltigen Verkehrsmitteln unterwegs waren, am Bahnhof und an einem viel befahrenen Radweg mit frischen Brezeln. Außerdem wurde die erste Radservice-Station eingeweiht.

Einweihung der Radservice-Station in Lahr © Stadt Lahr

 

Klare Anforderungen an eine Mobilitäts-App

Ergebnisse aus mehreren Bürgerworkshops liegen nun vor. Klimaschutzbeauftragte, Bürgermeister, Vertreterinnen und Vertreter von Landkreis und Verkehrsbetrieben der Region sowie Bürgerinnen und Bürger der zehn Kommunen des Mobilitätsnetzwerks Ortenau waren zu Workshops eingeladen. Sie konnten unter der Koordinierung und Leitung des Fachbüros insertEFFECT aktiv an dem Erarbeiten von Anforderungen an eine Mobilitäts-App teilnehmen und klare Prioritäten setzen.

Eine Mobilitäts-App ermöglicht die Anzeige verschiedener Mobilitätsangebote, um von A nach B zu kommen. Die App kann aktuelle Fahrpläne für die entsprechende Verbindung anzeigen und ermöglichen die Fahrkarten zu kaufen.

Folgende Anforderungen an eine solche regionale Mobilitäts-App wurden von den Teilnehmerinnen und Teilnehmern als  besonders wichtig erachtet: Busse, Bahn, die Kehler Tram und Mitfahrgelegenheiten für Pendler sollen in der App abgebildet sein. Die Themen Bikesharing, Carsharing und Taxi wurden ebenfalls als wichtige Verkehrsmittel genannt, die zukünftig per App buchbar sein sollen. Die Kombination verschiedener Verkehrsmittel für eine Wegestreckein Echtzeitfunktion, Buchung und Bezahlung (möglicherweise auch per Prepaid-Funktion) sind weitere Themenfelder, die als besonders wichtig empfunden werden. Darüber hinaus wurde der Wunsch nach weiteren Merkmalen wie Barrierefreiheit, Fahrradtransport, Parkmöglichkeiten sowie eine Offline-Funktion der App geäußert. Auch Überlegungen zu grenzüberschreitendem Verkehr sollen idealerweise in die App mit einfließen.

Die Experten von insertEFFECT machten allerdings deutlich, dass ein Mehr an Funktionen eine App nicht besser machen. Verschiedene Eigenschaften sind zudem nur unter extrem hohem Kostenaufwand umsetzbar.

Der Ortenaukreis arbeitet aktuell an der Einführung einer Mobilitäts-App und lotet Kooperationen mit Nachbarlandkreisen und Finanzierungsmöglichkeiten aus. Die Ergebnisse aus den drei Beteiligungsworkshops fließen direkt in diese Aktivitäten ein.

Kommunen engagieren sich als Modellregion im Kompetenznetz Klima Mobil

Die Jury des Kompetenznetz Klima Mobil hat 15 Modellkommunen ausgewählt – darunter die Stadt Kehl, die mit sechs weiteren Kommunen aus dem Mobilitätsnetzwerk eine „Modellregion“ bildet, und hochwirksame Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr umsetzen wird. Dazu zählt zum Beispiel das Umgestalten von Verkehrsfläche zugunsten des Fuß- und Radverkehrs. Durch die Auswahl als Modellkommune im Kompetenznetz Klima Mobil erfolgt eine intensive Unterstützung durch Expertinnen und Experten bei der Planung und Kommunikation, sowie bei der Akquise von Fördermitteln für das eingereichte Projekt, der Planung für Mobilitätsstationen. Wir berichteten bereits über die Aufnahme als Modellregion.

Zum Hintergrund: Das Kompetenznetz wurde vom baden-württembergischen Verkehrsministerium ins Leben gerufen, um Kommunen, die sich für den Klimaschutz im Verkehr einsetzen möchten, zu unterstützen und zu vernetzen.

Mehr Infos dazu finden Sie hier: https://www.klimaschutz-bewegt.de/

Am 04. September lud Verkehrsminister Hermann die ausgewählten Modellkommunen nach Stuttgart ein, um ihre konkreten Ideen und Maßnahmen für mehr Klimaschutz im Verkehr vorzustellen. Bürgermeister Wuttke aus Kehl vertrat die „Modellregion Mobilitätsnetzwerk Ortenau“.

Kompetenznetz KLIMA MOBIL, Vernetzungsgespräch der Modellkommunen am 04.09.2020, 14:00 – 16:00 Uhr im Hospitalhof Stuttgart mit Winfried Hermann, MdL, Minister für Verkehr Baden-Württemberg ©NVBW

Knapp einen Monat später wurde das gesamte Kompetenznetz zu einer digitalen Auftaktveranstaltung eingeladen, in der sich sowohl die Projektberater und Projektberaterinnen als auch ausgewählte Kommunen ihre Klimaschutzmaßnahmen im Verkehr exemplarisch vorstellten. Die Stadt Schorndorf bei Stuttgart etwa, plant die Errichtung autofreier Zonen in der Innenstadt. Dadurch erhofft sich die Stadt CO2-Emissionen zu senken und gleichzeitig die Aufenthalts- und Lebensqualität für ihre Bürgerinnen und Bürger zu steigern.

Wie geht es in unserer Modellregion weiter?

Im November lernt die Modellregion das zugewiesene Planungsbüro kennen und die Arbeit an den konkreten Maßnahmen kann gestartet werden!