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Zusammenarbeit zwischen zehn Netzwerkkommunen wichtiger denn je

Die Netzwerkbeauftragten und Bürgermeister der zehn Netzwerkkommunen erarbeiten in einer Workshop-Reihe mit der Unterstützung des Deutschen Instituts für Urbanistik (Difu) die zukünftige Form der interkommunalen Zusammenarbeit. Um gemeinsame Ausschreibungen oder Förderanträge realisieren und gemeinsame Entscheidungen schnell in die Umsetzung bringen zu können, braucht das Netzwerk eine geeignete Rechtsform.

Wichtig ist die kommunale Zusammenarbeit vor allem in Hinblick auf die Umsetzung der Mobilitätsstationen, die ab 2022 schrittweise gebaut und vernetzt werden sollen. An den Stationen sollen BewohnerInnen, PendlerInnen und TouristInnen die Möglichkeit haben, Leih-Fahrräder und Sharing-Autos als sichere Alternative zum eigenen Auto nutzen zu können. Möchte man zum Beispiel mit dem Rad von Friesenheim nach Offenburg fahren, soll es möglich sein, dies in Friesenheim auszuleihen und an einer Offenburger Station abzustellen. Die verschiedenen Fahrtmöglichkeiten sollen dann zukünftig unkompliziert über eine Mobilitäts-App buchbar sein.

ExpertInnen sowie VertreterInnen aus weiteren Kommunen und kommunalen Zusammenschlüssen haben während der Workshops ihr Wissen eingebracht und von ihren Erfahrungen im Hinblick auf interkommunale Zusammenarbeit im Mobilitätsbereich berichtet. Das Wissen, das sich das Netzwerk aktuell aneignet, soll auch an andere Kommunen weitergegeben werden. Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Programm MobilitätsWerkStadt 2025, an dem das Netzwerk teilnimmt, bietet für den Austausch und Wissenstransfer die geeignete Plattform.

Hier gelangen Sie zur Projektbeschreibung (Deutsches Instituts für Urbanistik).

Weitere Informationen zur Fördermaßnahme „MobilitätsWerkStadt 2025“ und den damit verbundenen 47 Modellprojekten finden Sie auf der Webseite des Projektträgers.

 

Kehl, Lahr und Gengenbach testen neue Zahlungsmöglichkeit fürs Parken

Die Städte Kehl, Lahr und Gengenbach arbeiten ab dem 1. April 2021 mit der Firma Parkster zusammen, um ein bargeldloses Bezahlen der Parkgebühren per Smartphone (App) zu ermöglichen. Dies ist nicht nur praktisch, sondern spart außerdem Zeit für die Parkenden, da die lästige Suche nach dem Parkscheinautomaten oder ein Anstehen entfällt Das Angebot wird den Parkenden zunächst für ein Testjahr zur Verfügung gestellt. Die Verwaltungen erhoffen sich bei reger Nutzung der App einen geringeren Service- und Wartungsaufwand bei den Parkscheinautomaten bspw. durch einen geringeren Papierverbrauch oder einen geringeren Personalaufwand bei der Leerung (längere Intervalle).

Hier gelangen Sie zur Internetseite des Dienstleisters Parkster.

© Parkster GmbH

Land Baden-Württemberg übernimmt Baulast für grenzüberschreitenden Radschnellweg

Das Land Baden-Württemberg übernimmt die Baulastträgerschaft für die Radschnellverbindung von Offenburg über Willstätt und Kehl nach Straßburg. Dies kündigte das Landesverkehrsministerium in einer Pressemittelung vom 12. Februar an. Konkret bedeutet dies, dass es für Planung, Bau und Betrieb, Unterhaltung, Reinigung und Winterdienst der Wege verantwortlich ist. Der Regionalverband Südlicher Oberrhein hatte zusammen mit dem Ortenaukreis beim Verkehrsministerium um die Übernahme des Landes geworben.

Die Machbarkeitsstudie und aktualisierte Potenzialanalyse des Regionalverbands im Jahr 2019 haben belegt, dass hohe Nutzerzahlen auf dieser Strecke zu erwarten sind. Auch das Mobilitätsnetzwerk Ortenau hatte sich für die Übernahme der Baulastträgerschaft durch das Land ausgesprochen und dafür überzeugende Argumente gesammelt. Über seinen Themenschwerpunkt „Gemeindeübergreifender Radverkehr und die verstärkte Nutzung von Pedelecs und E-Bikes“ strebt das Netzwerk einen erhöhten Radverkehrsanteil im Berufsverkehr an.

MitarbeiterInnen von Unternehmen und aus der kommunalen Verwaltung der Netzwerkkommunen (auf der Strecke des Radschnellwegs) wurden per Fragebogen gebeten, ihre Wünsche und Anforderungen zu beschreiben. Dabei hat sich in den über 4.000 Rückmeldungen insbesondere bei der Frage nach dem Wunschverkehrsmittel für den Arbeitsweg ein deutliches Stimmungsbild gezeichnet. In einzelnen Kommunen gaben bis zu 66 % der Befragten an, den Weg zur Arbeit am liebsten mit dem Fahrrad zurück zu legen. Knapp ein Drittel der Befragten nannte das Elektrofahrrad als liebstes Verkehrsmittel für den täglichen Arbeitsweg. Das Mobilitätsnetzwerk arbeitet daran die Grundlage dafür zu schaffen, indem es ein betriebliches Mobilitätsmanagement als Kooperation zwischen Kommunen und Unternehmen erarbeitet sowie die interkommunalen Radwegeverbindungen (Netzinfrastrukturseite) analysiert.

 

Hier gelangen Sie zur Pressemitteilung des Verkehrsministeriums vom 12.02.2021

 

Hier gelangen Sie zur Machbarkeitsstudie „Grenzüberschreitender Radschnellweg Offenburg – Strasbourg“ (2018-2019) des Regionalverbands Südlicher Oberrhein.

Mobilitäts-App wird auf den Weg gebracht

Eine Mobilitäts-App informiert über die verschiedenen Möglichkeiten von A nach B zu kommen. Sie verbindet aktuelle Fahrpläne unterschiedlicher Verkehrsmittel in einer Datenbank, berechnet die entsprechenden Routen und integriert Bezahlmöglichkeiten zum Fahrkartenkauf. Das Mobilitätsnetzwerk Ortenau begrüßt die Initiative des Ortenaukreises, sich als Betreiber einer Mobilitäts-App, die die regionalen Angebote bündelt und dem Nutzer aus einer Hand Wegeplanung und Ticketing sowie ergänzende Angebote im Freizeit- und Tourismusbereich bietet, zu engagieren.

„Der heutige Empfehlungsbeschluss des Ausschusses für Umwelt und Technik ist der entscheidende Schritt für die Einführung einer App“ freut sich Erik Weide, Geschäftsführer des Mobilitätsnetzwerks für den Themenschwerpunkt Vernetzung von Mobilitätsangeboten. Der Ausschuss für Umwelt und Technik empfiehlt darin dem Kreistag, für die Umsetzung der App Mittel in Höhe von 950.000 Euro für die Einführung und jährlich 120.000 Euro für den laufenden Betrieb bereitzustellen.

Das Mobilitätsnetzwerk Ortenau hat bereits vor anderthalb Jahren mit den Vorbereitungen für eine Mobilitäts-App begonnen. Mit fachlicher Beratung des Nürnberger Büros für digitale Mobilität insertEFFECT hat das Netzwerk drei große Beteiligungsworkshops veranstaltet. Neben Bürgerinnen und Bürgern, Klimaschutzbeauftragten, Bürgermeistern und regionalen Verkehrsbetrieben haben auch Vertreterinnen und Vertreter des Ortenaukreises daran teilgenommen. Gemeinsam wurden Anforderungen an eine Mobilitäts-App erarbeitet und Prioritäten gesetzt. Alle Ergebnisse der Workshops wurden dem Landkreis zur Verfügung gestellt und flossen in die Planungen zur Umsetzung des Projekts unmittelbar ein. „Die hervorragende Arbeit des Mobilitätsnetzwerks Ortenau und der Bürgerinnen und Bürger, die im Rahmen der Workshops die Anforderungen an eine solche Mobilitäts-App definiert haben, hat einen erheblichen Anteil daran, dass ein passgenaues Angebot identifiziert und das hieraus erarbeitete Projekt dem Gremium zur Beschlussfassung vorgelegt werden konnte“ erklärt Michael Loritz, Dezernent für Infrastrukturen, Baurecht und Migration des Ortenaukreises. Der Ortenaukreis wolle die App als Dach bereitstellen, unter dem detailliertere regionale Daten, wie sie auch von den Mitgliedskommunen des Mobilitätsnetzwerks Ortenau bereitgestellt werden, vereint und direkt an den Kunden gebracht werden können. „Das Angebot in der App wird stetig wachsen und sich laufend den Bedürfnissen anpassen. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Mobilitätsnetzwerk Ortenau, dem Tarifverbund TGO und den Kommunen im Ortenaukreis wird es nachhaltig gelingen, neue Fahr-gastpotentiale zu erschließen und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“ ergänzt Stefanie Dörfler, Leiterin des ÖPNV-Projektteams beim Ortenaukreis.

Aufbauend auf dieser gemeinsamen, partnerschaftlichen Vorarbeit von Netzwerk und Ortenaukreis werden jetzt Fördermittel beantragt, um das gemeinsame Ziel umzusetzen. Erik Weide freut sich: „Nie waren wir näher dran an unserem Ziel einer Mobilitäts-App. Dass wir mit dem heute getroffenen Beschluss nun richtig Fahrt zur Umsetzung aufnehmen können, zeigt, dass sich die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Mobilitätsnetzwerk Ortenau und dem Landkreis auszahlt und das gemeinsame Ziel erreicht werden wird“.