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Bürgerbus-Erfahrungen aus der Gemeinde Willstätt

Seit nunmehr über 20 Jahren ist der Bürgerbus in Willstätt und ihren Ortsteilen Legelshurst, Sand, Hesselhurst und Eckartsweier im Einsatz. Mehr als 3.500 Fahrten hat er seit seiner Inbetriebnahme am 05. Juni 2000 zurückgelegt. Das Angebot richtet sich insbesondere an Schülerinnen und Schüler, Senioren und Bürgerinnen und Bürger ohne Führerschein. Neben der täglichen Schulbeförderung fahren die beiden Fahrerinnen des Bürgerbusses zweimal wöchentlich sogenannte Ortstouren, die die verschiedenen Ortsteile miteinander verbinden. Auch Seniorenausflüge werden ca. einmal pro Monat angeboten. Der Fahrdienst ist für die Bürgerinnen und Bürger aus Willstätt kostenlos. Finanzieren lässt sich das Projekt zum einen durch einen Landeszuschuss von neuerdings 50 % und durch Werbefläche auf dem Fahrzeug. Den Rest übernimmt die Gemeinde selbst.

Jedes Jahr nehmen ca. 1.100 Bürgerinnen und Bürger das Angebot in Anspruch und legen dabei eine Strecke von insgesamt ca. 15.000 km zurück. Damit setzt die Gemeinde Willstätt ein positives Signal in die Region – nachhaltige und alternative Mobilitätslösungen funktionieren auch im ländlichen Raum!

Neue Rubrik zur Umsetzung der Mobilitätsstationen im Newsletter

In den kommenden Newsletter-Ausgaben wollen wir umfassend über die Einrichtung der Mobilitätsstationen informieren und einzelne Themen näher beleuchten: Wie wurden die Potenziale für die Standorte der Stationen ermittelt? Warum funktionieren Sharing-Angebote auch im ländlichen Raum? Wie funktioniert das Ausleihen der Fahrzeuge an den Stationen? Und wie viel kostet das den Nutzer / die Nutzerin? Wie werden die Räder oder Car-Sharing-Fahrzeuge zwischen den Stationen ausgetauscht? Auf diese und weitere Fragen möchten wir Antworten liefern und dabei auch von Erfahrungen der bestehenden Stationen in Offenburg berichten.

Positive Rückmeldungen aus allen Netzwerkkommunen zur Umsetzung der Mobilitätsstationen

Alle 10 Netzwerkkommunen des Mobilitätsnetzwerks sind sich einig: das Einrichten von Mobilitätsstationen macht vor allem als Netzwerk Sinn. Das Stationsnetz unter der gemeinsamen Dachmarke „Einfach Mobil“ mit ca. 150 Stationen soll den Umstieg für Bewohner*innen, Besucher*innen und Unternehmen auf Leihräder, Leihpedelecs oder Car-Sharing-Fahrzeuge ermöglichen und eine gute Alternative zum privaten Auto oder zum Dienstfahrzeug bieten. Durch die einheitlich gestalteten und koordinierten Stationen an ausgewählten Standorten sollen die Nutzer*innen die Fahrzeuge einfach buchen, ausleihen und bezahlen können.

Übergeordnetes Ziel ist es, den Verkehrsanteil von Sharing-Angeboten zu erhöhen und damit einen Beitrag zu einem umwelt- und klimafreundlichen Verkehr zu leisten. Dies bringt weitere Vorteile mit sich: Flächeneinsparung, Kostenreduzierung, höhere Flexibilität bei der Wahl des Fahrzeugs, Unterstützung des Trends von „weniger Besitzen – mehr Teilen“.

Der weitere Weg für die Mobilitätsstationen im Netzwerk ist dank der positiven Gemeinderatsbeschlüsse zur Kenntnisnahme der Umsetzung geebnet.

Mut zur Verkehrswende in Lahr – Gemeinderat stellt Weichen für zukünftige Mobilitätsentwicklung

Am 22.02.2021 hat der Gemeinderat der Stadt Lahr Beschlüsse zur Umsetzung des Verkehrsentwicklungsplans (VEP) gefasst. Der VEP wurde über einen Zeitraum von zwei Jahren vom Stadt- und Verkehrsplanungsbüro Planersocietät aus Karlsruhe mit mehreren Beteiligungsformaten (Haushaltsbefragung, Auftaktworkshop, Online-Beteiligung, Arbeitskreis, Plakataktion) erarbeitet. Der VEP stellt die verkehrspolitische Handlungsgrundlage der Stadt Lahr für die kommenden 10 – 15 Jahre dar. Auf Grundlage eines gemeinsam mit dem begleitenden Arbeitskreis definierten Zielkonzepts wurden 25 Maßnahmenfelder zu den Themen Nahmobilität und Radverkehr, ÖPNV, Kfz-Verkehr und Querschnittsthemen wie Verkehrssicherheit,  Mobilitätsmanagement, Elektromobilität oder Öffentlichkeitsarbeit entwickelt, die in einem Umsetzungskonzept mit Prioritäten und Umsetzungsdauer versehen wurden. Die Beschlüsse des Gemeinderates umfassen das Umsetzungskonzept, eine Auswahl an Maßnahmenfeldern, die vorrangig in diesem Jahr bearbeitet und teilweise schon umgesetzt werden sollen, sowie das Entwicklungsszenario „Mut zur Verkehrswende“. Dieses Entwicklungsszenario sieht vor, dass in den nächsten Jahren Maßnahmen umgesetzt werden, die den sogenannten Modal Split bis zum Jahr 2030 deutlich zu Gunsten des Umweltverbundes verändern. Der Modal Split beschreibt die Anteile der Verkehrsmittel nach Verkehrsaufkommen. Es wird bspw. eine beinahe Verdopplung der ÖPNV-Nutzung von derzeit 6 % auf 11 %, aber auch eine Zunahme beim Radverkehr von 14 % auf 21 % Anteil am Modal Split angestrebt.