Mobilitäts-App wird auf den Weg gebracht

Eine Mobilitäts-App informiert über die verschiedenen Möglichkeiten von A nach B zu kommen. Sie verbindet aktuelle Fahrpläne unterschiedlicher Verkehrsmittel in einer Datenbank, berechnet die entsprechenden Routen und integriert Bezahlmöglichkeiten zum Fahrkartenkauf. Das Mobilitätsnetzwerk Ortenau begrüßt die Initiative des Ortenaukreises, sich als Betreiber einer Mobilitäts-App, die die regionalen Angebote bündelt und dem Nutzer aus einer Hand Wegeplanung und Ticketing sowie ergänzende Angebote im Freizeit- und Tourismusbereich bietet, zu engagieren.

„Der heutige Empfehlungsbeschluss des Ausschusses für Umwelt und Technik ist der entscheidende Schritt für die Einführung einer App“ freut sich Erik Weide, Geschäftsführer des Mobilitätsnetzwerks für den Themenschwerpunkt Vernetzung von Mobilitätsangeboten. Der Ausschuss für Umwelt und Technik empfiehlt darin dem Kreistag, für die Umsetzung der App Mittel in Höhe von 950.000 Euro für die Einführung und jährlich 120.000 Euro für den laufenden Betrieb bereitzustellen.

Das Mobilitätsnetzwerk Ortenau hat bereits vor anderthalb Jahren mit den Vorbereitungen für eine Mobilitäts-App begonnen. Mit fachlicher Beratung des Nürnberger Büros für digitale Mobilität insertEFFECT hat das Netzwerk drei große Beteiligungsworkshops veranstaltet. Neben Bürgerinnen und Bürgern, Klimaschutzbeauftragten, Bürgermeistern und regionalen Verkehrsbetrieben haben auch Vertreterinnen und Vertreter des Ortenaukreises daran teilgenommen. Gemeinsam wurden Anforderungen an eine Mobilitäts-App erarbeitet und Prioritäten gesetzt. Alle Ergebnisse der Workshops wurden dem Landkreis zur Verfügung gestellt und flossen in die Planungen zur Umsetzung des Projekts unmittelbar ein. „Die hervorragende Arbeit des Mobilitätsnetzwerks Ortenau und der Bürgerinnen und Bürger, die im Rahmen der Workshops die Anforderungen an eine solche Mobilitäts-App definiert haben, hat einen erheblichen Anteil daran, dass ein passgenaues Angebot identifiziert und das hieraus erarbeitete Projekt dem Gremium zur Beschlussfassung vorgelegt werden konnte“ erklärt Michael Loritz, Dezernent für Infrastrukturen, Baurecht und Migration des Ortenaukreises. Der Ortenaukreis wolle die App als Dach bereitstellen, unter dem detailliertere regionale Daten, wie sie auch von den Mitgliedskommunen des Mobilitätsnetzwerks Ortenau bereitgestellt werden, vereint und direkt an den Kunden gebracht werden können. „Das Angebot in der App wird stetig wachsen und sich laufend den Bedürfnissen anpassen. Durch die enge Zusammenarbeit mit dem Mobilitätsnetzwerk Ortenau, dem Tarifverbund TGO und den Kommunen im Ortenaukreis wird es nachhaltig gelingen, neue Fahr-gastpotentiale zu erschließen und einen wichtigen Beitrag zum Klimaschutz zu leisten“ ergänzt Stefanie Dörfler, Leiterin des ÖPNV-Projektteams beim Ortenaukreis.

Aufbauend auf dieser gemeinsamen, partnerschaftlichen Vorarbeit von Netzwerk und Ortenaukreis werden jetzt Fördermittel beantragt, um das gemeinsame Ziel umzusetzen. Erik Weide freut sich: „Nie waren wir näher dran an unserem Ziel einer Mobilitäts-App. Dass wir mit dem heute getroffenen Beschluss nun richtig Fahrt zur Umsetzung aufnehmen können, zeigt, dass sich die vertrauensvolle Zusammenarbeit zwischen dem Mobilitätsnetzwerk Ortenau und dem Landkreis auszahlt und das gemeinsame Ziel erreicht werden wird“.

Netzwerktreffen auf dem Fahrrad

Bei 10 Grad und Nieselregen starteten die kommunalen Beauftragten aus den Mitgliedskommunen des Mobilitätsnetzwerks zu einer gemeinsamen Fahrradtour durch Lahr. Das Ziel: neue Erkenntnisse im Themenschwerpunkt Radverkehr sammeln. Neben Stadtplaner Martin Stehr aus Lahr lieferte das Fachbüro ISME aus Stuttgart an ausgewählten Stellen Expertenwissen. Zu den Stopps gehörten die Radboxen am Lahrer Bahnhof, die Radservicestation in Reichenbach sowie spezielle Beleuchtungsinstallationen für Radwege. Darüber hinaus diskutierten die Teilnehmer über sichere Markierungen und Beschilderung von Radwegen sowie den Planungsstand für neue Radwege und Schutzstreifen.

Das Netzwerk besucht die Radservicestation in Reichenbach © endura kommunal GmbH

Viele Teilnehmerinnen und Teilnehmer kamen mit dem eigenen Fahrrad nach Lahr; für alle anderen standen die Leih-Pedelecs der Firma nextbike zur Verfügung. Der ein oder andere Teilnehmer bedauerte angesichts der frostigen Temperaturen sogar, dass das Radfahren durch die automatische E-Motor-Unterstützung so wenig anstrengend war.

Das Netzwerk auf Fahrradtour © endura kommunal GmbH

Die Nutzung der Verleihräder war zugleich ein Test für andere Kommunen, die Fahrradverleihsysteme installieren wollen. Im Mobilitätsnetzwerk entsteht gerade für alle zehn beteiligten Kommunen eine Planungsgrundlage. An so genannten Mobilitätsstationen, die voraussichtlich ab 2022 gebaut werden, sollen neben Verleihrädern auch Carsharingfahrzeuge zur Verfügung stehen.

Gemeinsames Foto beim Netzwerktreffen in Lahr © Pressestelle Lahr

Radeln statt aufs Gaspedal treten: Friesenheimer Bürgermeister verzichtet 21 Tage auf das Auto

670 Friesenheimerinnen und Friesenheimer nahmen vom 7. bis 27. September bei der bundesweiten Aktion „Stadtradeln“ teil und radelten insgesamt knapp 90.000 Fahrradkilometer in den 21 Tagen. Ganze 13 Tonnen CO2 konnten dadurch eingespart werden.

Mit dem Motto der Gemeinde „Jeder Kilometer Zählt“ versprach Rathauschef Erik Weide 21 Tage „kein Auto von innen zu sehen“ und hielt dieses Versprechen ein: 693 Kilometer legte er in den drei Wochen mit dem Rad zurück und geht damit als Vorbild für die Gemeinde voraus.

Bürgermeister Erik Weide gibt seine Schlüssel an die Netzwerkbeauftragte Julia Edel ab © Gemeinde Friesenheim

Auch der Gemeinderat, Kirchengemeinden und viele Privatleute beteiligten sich an dem Wettbewerb und sammelten Kilometer für Friesenheim. Mitarbeiter des Rathauses zeigten sich verstärkt mit dem Fahrrad und belegten als Team mit 5.525 zurückgelegten Kilometern den fünften Platz im Ranking von 44 gemeldeten Teams in Friesenheim.

Da jeder eingesparte Kilometer mit dem Auto einen Beitrag zum Klimaschutz leiste, so Weide zur Lahrer Zeitung, würde er auch weiterhin kurze dienstliche Wege konsequent mit dem Rad fahren. Dabei greife er gern auf eines von vier E-Bikes der Gemeinde zurück.

Insgesamt war der Verzicht aufs Auto, gerade im privaten Bereich, gar nicht so einfach aber trotzdem machbar. Grundsätzlich beabsichtigt die Gemeinde den Zweiradverkehr zu fördern und unter anderem den Bewohnerinnen und Bewohnern der Gemeinde zukünftig weitere Fahrradabstellmöglichkeiten zu bieten.

Mobilitätsnetzwerk Ortenau für Auszeichnung nominiert

Die Auszeichnung „Wir machen Mobilitätswende“ würdigt Menschen aus Baden-Württemberg, die professionell Bewegung in das Thema Mobilitätswende bringen. Netzwerkmanagerin Sarah Berberich gehört in diesem Jahr – stellvertretend für das Mobilitätsnetzwerk Ortenau  – zu den 20 Nominierten. Ob sie zu den sieben GewinnerInnen gehört, gibt das Verkehrsministerium am 02. Dezember bekannt.

Das Mobilitätsnetzwerk Ortenau ist das erste kommunale Netzwerk, das sich explizit der nachhaltigen Mobilität im ländlichen Raum widmet. Wie viele Kommunen stehen auch die zehn Netzwerkmitglieder vor einer sich stark verändernden Mobilitätslandschaft: steigende Pendlerzahlen, Forderung nach bezahlbaren und bedarfsgerechten Mobilitätsangeboten, Elektromobilität – Themen, die sie nur gemeinsam mit den Nachbarkommunen lösen können. Als Arbeitsschwerpunkte hat man die Einrichtung von Mobilitätsstationen, verknüpften Radverkehr und eine Mobilitäts-App gewählt.

Die Netzwerkbeauftragte der Gemeinde Neuried Tanja Schilli und die Netzwerkmanagerin Sarah Berberich © endura kommunal GmbH

 

Hier gelangen Sie zu einem Info-Video über das Mobilitätsnetzwerk Ortenau.

Mehr Informationen zur Auszeichnung und zur Veranstaltung finden Sie auf der Webseite des Ministeriums für Verkehr Baden-Württemberg.